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Johannes Itten (1888 – 1967) ging davon aus, dass sich Farben in hohem Maß gegenseitig beeinflussen und voneinander abhängig sind. Er stellte die Systematik der sieben Farbkontraste auf, in der er die wichtigsten Aspekte der Farben hinsichtlich ihrer Wirkung zusammenfasste.

Ittens FarbkreisNach Itten existiert auch zu jeder Farbe eine Komplementärfarbe, welche zusammengemischt ein reines Grau ergibt. 1961 erstellte er einen Farbkreis, der dies veranschaulichen soll. Dabei befindet sich die entsprechende Komplementärfarbe immer auf der gegenüber liegenden Seite des Farbkreises. Er geht dabei von den reinen Farben Blau, Rot und Gelb aus, die miteinander gemischt die nächst äußere Ebene des Farbkreises ergeben. Die linke Seite des Kreises bilden die kalten Farben und die rechte Seite die warmen Farben.

Der Farbton-Kontrast

Ein Farbkontrast entsteht zwangsläufig dann, wenn verschiedene Farben aufeinandertreffen. Den stärksten Farbkontrast entsteht, wenn die reinen Farben Blau, Rot und Gelb aufeinandertreffen. Je mehr Farben aufeinandertreffen, desto bunter und „lauter“ wird das Bild.

Hell-Dunkel-Kontrast

Der Hell-Dunkel-Kontrast kommt sowohl bei Schwarz, Weiß und Grau wie auch bei den Buntfarben vor. Er wird durch die unterschiedliche Helligkeit der verwendeten Farben hervorgerufen.
Mit Hilfe des Hell-Dunkel-Kontrastes lässt sich Räumlichkeit und Plastizität erzeugen, denn helle Farben treten in den Vordergrund und dunkle Farben in den Hintergrund. Ein einfaches Beispiel dazu wäre, ein Portrait aufgenommen vor bewölktem Himmel. Es entstehen keine Schatten, da das Licht durch die Wolkendecke diffuser wird. Würde man dieselbe Person am selben Ort bei Sonnenschein fotografieren, würde die Sonne als gerichtetes Licht Schatten im Gesicht und der Umgebung erzeugen und somit dem Bild mehr Tiefe verleihen. Vor allem Low-Key-Aufnahmen leben vom Hell-Dunkel-Kontrast.

Kalt-Warm-Kontrast

Bestimmte Farben werden vom Menschen als kalt bzw. warm empfunden. Diesem Umstand bedient sich der Kalt-Warm-Kontrast. Blau- und Grün-Töne wirken kühl und beruhigend und Rot-Orange-Töne wirken warm und anregend. Es wurde sogar in Versuchen nachgewiesen, dass Menschen einen blau-grünen Raum kälter empfinden, als den gleich temperierten, rot-orange gestrichenen Raum.
Der Kalt-Warm-Kontrast spielt auch in der räumlichen Wirkung eine große Rolle. Je weiter ein Objekt vom Betrachter entfernt liegt, desto blaustichiger wird es.
In den Kalt-Warm-Kontrast sind auch noch weitere Gegensätze inbegriffen:

  • schattig – sonnig
  • durchsichtig – undurchsichtig
  • beruhigend – erregend
  • dünn – dicht
  • luftig – erdig
  • fern – nah
  • leicht – schwer
  • feucht – trocken

Qualitätskontrast

Vom Qualitäts- oder auch Intensitätskontrast spricht man, wenn kräftige, gesättigte, leuchtende Farben trüben, kraftlosen Farben gegenüber stehen. In der Malerei wird dies durch Beimischen von Weiß, Schwarz, Grau oder der Komplementärfarbe erreicht. In der Fotografie haben wir diese Mittel nicht unbedingt zur Verfügung. Mögliche Bildkompositionen wären zum Beispiel ein Hintergrund, der im Nebel verschwindet oder ein in leuchtenden Farben strahlendes Hauptobjekt vor einem eher ungesättigten Hintergrund.

Quantitätskontrast

Ein Quantitätskontrast (oder auch Proportionskontrast) entsteht, durch die Gegenüberstellung verschieden großer Farbflächen. Wenn die Farbflächen gemessen an ihrer Leuchtkraft sich im gleichen Verhältnis gegenüber stehen, wird das Bild als harmonisch empfunden und wirkt beruhigend. Die bewusste disharmonische Verteilung der Farben erzeugt hingegen Spannung. Das heißt, dass nicht jede Farbe den gleichen Lichtwert besitzt! Goethe hatte dies mal in Zahlenwerten festgelegt. Beispielsweise entspricht ein Teil Orange zwei Teilen Blau und ein Teil Gelb etwa drei Teilen Violett. Rot und Grün sind bei gleichen Anteilen gleichwertig.
Proportionskontraste sind:

  • groß – klein
  • lang – kurz
  • breit – schmal
  • dick – dünn

Komplementärkontrast

Ein Komplementärkontrast entsteht, wenn sich zwei komplementäre Farben gegenüberstehen. Komplementäre Farben sind solche, die miteinander gemischt einen neutralen Grauton ergeben. Im Farbkreis stehen sich Komplementärfarben gegenüber. Komplementarität ist aber ebenso gegeben zwischen einer Farbe und ihrem Nachbild, welches im menschlichen Auge nach einer längeren Fixierung entsteht. Komplementärfarben verstärken sich gegenseitig in ihrer Leuchtkraft und stellen in einem ausgewogenen Verhältnis ein vollkommenes Gleichgewicht im Auge her.

Simultankontrast

Der Simultankontrast beschreibt die gleichzeitige Wechselwirkung zwischen zwei nebeneinanderliegenden Farbflächen. Er entsteht durch eine optische Überflutung, da das Auge immer nach der Komplementärfarbe sucht, um ein Farbganzes herzustellen. Ist diese nicht vorhanden, dann stellt unsere Wahrnehmung sie in der angrenzenden Farbe als Nuance her. D. h. ein benachbartes Weiß würde neben einem Gelb-Orange einen Blauschimmer bekommen.
Der Simultankontrast hat auch eine Wirkung auf die Helligkeit von Farben. So würde ein helles Grau, umschossen von einer weißen Fläche, dunkler erscheinen, als wäre sie von dunklem Blau umfasst.

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